Park Hyatt: Geisterstadt und Big Brother Award… SO NICHT!

Wir verbringen die Weihnachtsfeiertage im neuesten Luxus-Tempel im Osten Mallorca’s, dem ersten Park Hyatt-Resort in Europa. Eines meiner Weihnachtsgeschenke, für das man nicht dankbar sein braucht, außer für die Erkenntnis: „Was ist eigentlich mit der Dankbarkeit für alles, was wir NICHT haben?“ Das von arabischen Investoren finanzierte 100 Millionen-Projekt sollte einem mallorquinischen Dorf nachempfunden sein. Wir erleben eher eine Geisterstadt aus Sandstein, die brutal ins schöne Cap Vermell bei Canyamel hineingebaggert wurde. So kann man auch viel Kohle in den Sand setzen.

Zugegeben- die Story ist beeindruckend: Hyatt ist eine der weltgrößten Hotelketten mit Firmensitz in Chicago/Illinois. Zu ihr gehören aktuell 739 Superior-Luxus-5-Sterne-Hotels und Resorts in 57 Ländern. Bumstinazl. Wie so oft oft startete eine so gewaltige Expansion mit einem einzigen mickrigen Motel am Flughafen in Los Angeles, das einem gewissen Hyatt van Dehn gehörte. Eine Familie Pritzner übernahm dieses und baute darauf ihr elitäres Hotel-Imperium auf und aus. Schön, dass sie dem Namen des Gründervaters beibehalten haben.

Nachdem ich nun wirklich schon fast die ganze Insel kenne, war ich recht neugierig auf dieses neue touristische Megaprojekt und kann nur jedem, der auf Authentizität und Stil sowie Herzlichkeit und Lässigkeit Wert legt, davon abraten. Keine Frage, hier wurde bei Gott (oder besser Allah) nicht gespart, aber edles Interieur gepaart mit ultimativem Hightech-Nonsens sorgt eben maximal für einen skurillen Touch, aber bestimmt für keine Wohlfühl-Atmosphäre. Warum TV-Screens in den überdimensionierten Badezimmerspiegel integriert werden müssen, verstehe ich beim besten Willen nicht, dafür weisen einen beleuchtete Klo-Brillen auch nächtens den Weg zum Töpfchen…nun ja in gewissen Situationen gar nicht so blöd…und aja das Essen: überteuerte Weihnachtsmenüs ohne Gefühl und Geschmack grenzten fast an Peinlichkeit. Mir fehlen die Worte dafür- und auch die Bilder. Daher kommt an deren Stelle hier zunächst mal NICHTS.

Besonders seltsam erschien uns die durch-inszenierte Freundlichkeit und das aufgesetzte Interesse an uns. Im SPA Serenitas, das wie ein Labyrinth aufgebaut ist und in dessen Zentrum eine lichte Vogelskulptur ausgestellt ist (mein persönliches Highlight im ganzen Haus, eh klar;-) wird man im Vorfeld der Behandlungen/Massagen mittels skaliertem Fragebogen auf seine persönlichen Vorlieben durchgecheckt (Körperregionen, Massagedruck, Musikauswahl, Teegeschmack, Duftaromen etc.). Hier wird alles zu Datengold gemacht. Die geheuchelte Freundlichkeit und Höflichkeit entpuppt sich als aggressives CRM-System, ein Kundenbindungsprogramm, in dem alle erhobenen Daten und Informationen zentral (auf USA-Servern) gespeichert werden, eine echte Goldmine für Data-Miner im Hyatt-Imperium- nur die Gäste wissen davon nichts. Das hat dem Unternehmen bereits 2007 den BIG BROTHER AWARD eingebracht und ist auch heute noch die gängige Praxis. Da möchten wir mit Friedrich Schiller sagen:

Hier wendet sich der Gast mit Grausen- so kann ich hier nicht ferner hausen.

Die Highlights dieses Weihnachts-Wochenendes sind rasch aufgezählt:

+ Das Cap Vermell mit seiner „asiatisch“ anmutenden Hügelkette, die dicht bewaldet bis zum Meer hinunter reicht und der wunderbare Golfplatz von Canyamel davor- ein Traum!

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+Die Coves d’Arta– ein mystisches Tropfsteinhöhlensystem.

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+Die Bucht von Canyamel, die aufgrund ihrer Ost-Lage und der damit zusammenhängenden Strömungen meist völlig sauber ist. So schön!

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+Die Helene-Fischer-Show am 25.12. im deutschen Fernsehen. Man muß zwar ihre Musik nicht mögen, aber die „Performance“ der kleinen Frau ist mehr als groß, ihre Ausstrahlung faszinierend, ihr Erfolg sensationell. RESPEKT!

 

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+Ja und sogar bei mir war das Christkind, ich wurde reich und originell beschenkt. Unter anderem mit dem SMART WRITING SET von MOLESKINE. Mit diesem innovativen Tool wird die Lücke zwischen analoger und digitaler Welt überbrückt. WELTKLASSE!!! Davon handelt der nächste Blog.

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